FDP-Ortsverband Südheide                

lösungsorientiert - mutig - optimistisch -  emphatisch

"Wir können nicht von allen Bürgern erwarten, dass sie sich politisch einbringen. Aber wir wollen ihnen viele Gelegenheiten bieten, mit uns über die Gemeinde Südheide zu sprechen. Wir machen Politik nicht für uns, wir brauchen daher die Meinungen der Menschen in der Südheide."


Aus diesem Grund veranstaltet der FDP-Ortsverband Südheide in regelmäßiger Folge Informationsveranstaltungen mit Referaten und Podiumsdiskussionen zu relevanten Themen.


Windräder


Regionales Raumordnungsprogramm (RROP) und Windenergieanlagen

Beschluss des FDP-Ortsverbandes Südheide vom 04.07.2017


Die FDP hat immer schon die Förderung der alternativen Energie, so auch der Windenergie gutgeheißen und Studien über die Auswirkungen befürwortet. Sie hat während der SPD/FDP Regierungskoalition Pilotprojekte beschlossen und ein Forschungsinstitut für Windenergie eingerichtet. Und auch heute noch stehen wir unverändert der Windenergie grundsätzlich positiv gegenüber.

Andererseits gibt es überall dort, wo größere Windenergieparks entstehen oder entstehen sollen, auch erhebliche Widerstände in der Bevölkerung. Dies zeigt, dass diese Anlagen nicht überall auf ungeteilte Zustimmung stoßen, zumal zunehmend Erfahrung vor Ort über die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus gewonnen wurde. Und so befinden wir uns in dem Spannungsfeld zwischen dem gewünschten Nutzen und den negativen Auswirkungen der Windenergie.

Welche Fakten sind zu berücksichtigen.

  1. Bei der Windenergie handelt es sich um eine emissionsarme Energiequelle. Sie belastet die Umwelt wenig mit Schadstoffen.

  2. Sie ist bei Landbetrieb zur Sicherung der Grundlast ohne Speichermöglichkeit nicht geeignet.

  3. Die Landwirte erhalten durch die Flächenverpachtung zusätzlich eine Einnahmequelle.

  4. Windenergieanlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild und damit das heutzutage kaum noch existierende Bild unverbauter Landschaft.

  5. WEA´s können sich negativ auf den Fremdenverkehr einer Region auswirken. Es ist anzunehmen, dass hohe Windkraftanlagen Urlauber von einem Besuch der Region abhalten. Einige Gemeinden an der Nordsee haben über einen Rückgang der Besucherzahlen geklagt.

  6. Eine Untersuchung des psychologischen Instituts Kiel hat ergeben, dass Bewohner, die in der Nähe von Windenergieanlagen wohnen, deutlich häufiger sowohl körperlich als auch psychisch erkranken infolge des Disko-Effektes, der Infra-Beschallung und der gesamten Geräuschentwicklung.

  7. Nach Aussagen von Vogelschützern werden Vögel durch Windgeräusche in ihrer Orientierung gestört oder sie werden schlichtweg durch die Rotoren erschlagen. Gerade die inzwischen üblichen Anlagen haben eine Höhe, die auch von den Zugvögeln durchaus genutzt werden.

  8. Die Investition in Windenergieanlagen wird steuerlich stark begünstigt, so dass sie zu einem beliebten Abschreibungsobjekt geworden ist.

  9. Der Wert der vorhandenen Wohngrundstücke in unmittelbarer Nachbarschaft der WEA´s sinkt erheblich, teilweise bis zur Unverkäuflichkeit. Ein Ersatz des Wertverlustes wird nicht gewährt.


Es gibt sicher noch weitere Argumente pro oder kontra Windenergieanlagen. Dies entbindet die Politik jedoch nicht davon, eine Entscheidung zu treffen, wieviel Energiegewinnung durch Windkraft wirklich erforderlich ist, wieviel Natur-, Landschafts- und Umweltschutz sein muss und wie sehr die direkt von den Anlagen betroffenen Menschen belasten werden dürfen.

Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Windenergie eine sinnvolle Form der Energiegewinnung ist, deshalb sagen wir Ja zur Planung von Vorrangflächen. Diese Planung muss landschafts- und umweltverträglich, aber auch menschenverträglich sein. Und in diesem Punkt sehen wir in der jetzigen Vorlage in Teilen eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität der Menschen und wir sehen die gesundheitlichen Gefahren.

Deshalb treten wir für folgende Änderungen ein:

  1. Striktes Einhalten von der Umzingelungsgrenze von 120 Grad

  2. Einhalten der Kriterien des jeweils anderen Kreises an den Kreisgrenzen

  3. Ein Repowering muss nach den zum Zeitpunkt des Repowerings geltenden Regelungen ohne Bestandsschutz erfolgen

  4. Eine Baugenehmigung für Neuanlagen darf es erst dann geben, wenn die nicht mehr erneuerten Altanlagen tatsächlich verschwunden sind

  5. Der Abstand muss auch zu Splitterbebauung mindestens 1000 Meter betragen

  6. Sollte die Größe der Vorrangfläche von 1 % auf diese Weise nicht erreicht, aber dennoch weiter von der Landesregierung gefordert werden, soll die Abstandsgrenze zum Wald entfallen.


Wir halten die Vorgaben für die Ausweisung von Windenenergiegebieten im RROP für unflexibel und bürokratisch. Wir wissen, dass im Interesse der Energiegewinnung Nachteile für Umwelt, Natur und Landschaft unumgänglich sind. Aber es ist auch Aufgabe einer ausgleichenden Politik, darauf zu achten, dass die Belastung für die betroffenen Menschen nicht unerträglich wird. Denn sonst ist die Akzeptanz einer sinnvollen Energiewende nicht zu erreichen.


FDP-Ortsverband Südheide   

Susanne Brand   Vorsitzende   

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